Hallo zusammen,

heute will euch euch von unseren letzten beiden Tagen berichten.

Gestern haben wir nochmal versucht ein bisschen mehr von Windhoek zu sehen, ohne uns dabei komplett zu verlaufen. Das lief auch soweit ganz gut, wir haben zwar nicht das gesehen, was eigentlich das Ziel war: das Owela-Museum (Natur- und Völkerkunde) dafür aber einiges andere, wie z.B. die wunderschöne Christuskirche. Leider kamen wir nicht rein, aber das schaffen wir bestimmt auch nochmal. Ein weiteres Highlight der Stadt war das Parlamentsgebäude, auch Tintenpalast genannt, warum finden wir sicher noch raus.  Vor allem aber der dazugehörige Park ist einfach ein Traum. Leider haben wir keinen offiziellen Eingang finden können. Da in Namibia allerdings auch Ausweispflicht herrscht und wir noch keine Kopie vom Reisepass bei uns hatten, wollt ich es aber auch nicht darauf anlegen. Die Stadttour ging dann noch ein bisschen weiter. Zwischendurch wurde der gute Basti auch noch von einem Friseursalon angesprochen, ob er nicht kurz für einen “german cut” reinkommen möchte. Sehr lustig. Wo wir gerade dabei sind, hätte ich doch bloß meinen Plan vor Namibia zum Friseur zu gehen noch umgesetzt. Hier besteht wohl kaum Hoffnung ohne Rastas wieder raus zu kommen..

Abends hielt uns unser guter Hofhund Woody erfolgreich für mind. 1,5 Stunden vom schlafen ab. Scheinbar grundlos, mir war dabei trotzdem nicht so ganz wohl..

Heute morgen war es dann soweit: Endlich wieder Uni! Hatten wir ja lange nicht. Vorher lernten wir noch unsere 3 weiteren Mitbewohner kennen. 3 superliebe Amerikaner, die leider alle im August schon wieder abreisen.

Da wir eigentlich abgeholt werden sollten, uns aber ziemlich sicher waren, dass der Fahrer nicht die richtige Adresse hatte, begaben wir uns dann auf den Weg zur Uni, die eigentlich nur einen Katzensprung entfernt ist. Da alle Eingänge gut abgesichert sind, erwarteten wir dort schon die erste Hürde, welche Basti allerdings mit einem frechen “We’re new here..” abwehrte. Der arme Securitymann war scheinbar so verunsichert, dass er uns einfach durchließ. Auf der Suche nach dem richtigen Raum mussten wir uns dann von 3 weiteren Securities über den Campus lotsten lassen, um am Ende beim 2. wieder anzukommen und ihm zu erklären, dass er uns durchlassen muss. Das tat er dann auch wiederwillig und wir fanden endlich unseren Meetingraum in dem die anderen Austauschstudenten schon warteten. Nach ihrem Einführungsmeeting gab es dann noch eine Bibliotheksführung. 4 Etagen.. Ich sage es euch, da kann sich die FH Brandenburg mal eine Scheibe von abschneiden. Sogar in Afrika sind die Bibliotheken besser. (und das bei off. ungefähr derselben Studentenzahl) Da wir bisher keine Stundenpläne und kein Internet an der Uni hatten sind wir dann erstmal wieder nach Hause und haben uns die Kurse rausgesucht, die heute schon stattfinden sollten.

Dann ging es also wieder los. Zunächst in die Stadt zum Mittagessen mit leckerem Fishburger und einkaufen. Es gibt hier sogar mein heiß geliebtes Oatmeal und es sieht bis auf die Marke aus wie das amerikanische Original. Hoffentlich ist es auch sooo lecker.

Nachdem Einkauf machten wir uns dann auf den Weg zur ersten Vorlesung, weil meine erst um 17.15Uhr anfangen sollte und es um 17.20Uhr schon dunkel wird und man nicht mehr alleine raus soll, haben wir beschlossen zusammen zu jeweils einer Veranstaltung zu gehen. Also machten wir uns auf die Suche nach Auditorium N Floor G, wo Bastians erste Vorlesung stattfinden sollte. Es dauerte ganze 20-30 Minuten und 2-3 Gebäude bis wir rausgefunden hatten, dass Auditorium N in Wirklichkeit Auditorium North sein sollte und Floor G einfach nur der Ground Floor war. Also zurück zum richtigen Gebäude und schnell damit wir nicht zu spät kommen. Dachten wir. Der Hörsaal war allerdings komplett leer. Kein Prof, keine anderen Studenten, weit und breit niemand ausser dem obligatorischen Security, der auch wie immer nichts wusste. Also spazierten wir weiter über den Campus auf der Suche nach meiner nächsten Vorlesung und entspannten solange in der Sonne. Dummerweise wussten wir auch für meine Vorlesung nichts genaueres als Raum 203. Dabei sollte ich vielleicht erwähnen, dass es laut Campusplan 40 Gebäude gibt. Ich will gar nicht wissen, wie oft es Raum 203 gibt. Wir entschlossen uns dann das sogenannte Lecture Building auszuprobieren. Dort fanden wir auch gleich einen passenden Raum. Diesmal saß sogar schon ein Student drin, den wir auch gleich fragten, ob der Kurs denn heute stattfindet. Er verstand uns zwar schlecht, meinte aber ja. Also setzten wir uns hin und warteten auf die Dinge die da kommen sollten. Dabei sollte eins nicht vergessen werden: Hinsetzen kann ganz schön schwer sein. Besonders wenn die Stühle sich drehen und noch mehr wenn sie sich sozusagen doppelt drehen. Klingt komisch, aber ihr könnt euch das vorstellen wie diese Breakdance-Dinger auf der Kirmes. Jedenfalls sehr lustig, aber wenn man erstmal sitzt, irgendwie auch mega-bequem!

Nun denn saßen wir dort und warteten und warteten und warteten, bis wir uns nach 20 Minuten entschlossen nachhause zu gehen. In der Zeit waren weder Prof noch weitere Studenten erschienen. Generell hatte man tagsüber auf dem Campus das Gefühl, dass bisher kaum tatsächlich Veranstaltungen stattfinden. Die Studenten verbrachten gefühlt den ganzen Tag draußen in der Sonne mit Nichtstun. Aber gut. Morgen werden wir wohl einen neuen Versuch wagen und am Mittwoch habe ich auch endlich meinen Termin beim Dekan um meinen Stundenplan zu besprechen. Wann Bastian dass alles machen kann steht noch in den Sternen. Momentan wartet das Auslandsamt und wir sogar noch auf seine Student-ID ohne die hier so gut wie gar nichts geht. Auch die anderen Austauschstudenten, die wir heute vormittag kennengelernt haben, haben dieselben Probleme. Richtige Stundenpläne hat bisher kaum jemand, vom Visum mal ganz zu schweigen.

Den Abend haben wir nun mit unseren amerikanischen Mitbewohnern verbracht. Es hat sich herausgestellt, dass der Freund von einer in Minneapolis lebt und auch sie dort gelebt hat. Generell sind die 3 sehr lustig und typisch amerikanisch gesprächig und werden uns bestimmt noch den ein oder anderen nützlichen Tipp geben können. Dummerweise fänden sie es wohl traurig, sollte Brasilien morgen rausfliegen, sodass hier wahrscheinlich morgen für 90 Minuten ein Kleinkrieg ausbrechen wird, aber glücklicherweise sind die Amerikaner dabei ja in Sachen Fußball relativ flexibel. Vielleicht bekommen wir das ja noch hin.

Sodele soviel erstmal von mir. Ich hoffe euch geht es gut und wünsche euch eine gute Nacht.

P.S. Fotos folgen. Allerdings bin ich momentan dank des langsamen Internets ca. 1 Tag hinterher beim Fotos synchronisieren und hochladen. ;)