Hallo Allerseits,

mir fällt jetzt erst auf, wie lange mein letzter Post tatsächlich schon her ist.. Also werde ich mal versuchen ein bisschen aufzuholen.

Am Dienstag haben wir einen weiteren Versuch mit der Uni gestartet. Dummerweise hat Bastian seine Räume nicht gefunden. Wir haben uns dann auf die Suche nach dem Raum gemacht, in dem ich abends Vorlesung haben sollte: B60. Supply Chain Management & Global Logistics. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Logistik im Engineering Gebäude stattfindet. Passenderweise hatten die Räume dort auch tatsächlich Buchstaben vor einer zweistelligen Zahl, nur leider war der Erdgeschoss G. Im ersten Stock war F. Nur war das Gebäude leider nicht so hoch, dass es bis B gegangen wäre. Schon auf dem Weg nachdraußen sah ich dann in einem Fahrstuhl den Knopf B, ganz unten. Na klar B wie Basement, G wie Ground, F First etc.. Also rein in den Fahrstuhl und runter gefahren. Dort fanden wir allerdings nur eine kleine verschlossene Kammer, die auch mehr nach Müllraum als nach Vorlesungssaal aussah, also nicht besonders vertrauenswürdig und ausserdem B20. Also wieder hoch in der Hoffnung einen anderen Fahrstuhl zufinden, der uns zu B60 bringt. Leider umsonst.

So machten wir uns also auf zum International Office, um rauszufinden, in welchem Gebäude Bastians Vorlesungen überhaupt sein sollten. Das Technology Gebäude war es jedenfalls nicht. Es wäre ja auch zu logisch solche Informationen in den Stundenplan zu schreiben. Dort telefonierte Yolande für uns umher: die Informatik-Kurse sollen wohl im Officegebäude stattfinden. Da hätten wir natürlich niemals gesucht. Aber mit der Info haben wir seine Räume dann doch gefunden.

Abends gingen wir dann früh los zu den Veranstaltungen, um vielleicht meinen Raum doch noch zu finden. In der Hoffnung jemanden fragen zu können, ging es also wieder ins Engineering Gebäude. Dort war allerdings nur noch beim Computer Support jemand anzutreffen, aber glücklicherweise war das ein Volltreffer. Der gute Herr wusste, dass es im Besamend definitiv keine Kursräume gibt. Und viel wichtiger, das einzige Gebäude, in dem noch mit Buchstaben nummeriert wird ist die Bibliothek. Wobei auch er das komisch fand. Als wir schon wieder am Gehen waren, fiel ihm aber noch ein, dass die Wirtschaft in der Bibliothek einen Kursraum hat. Vielleicht findet da ja auch Logistik statt.. Also machten wir uns auf die Suche und der letzte Raum im Untergeschoss der Bibliothek war tatsächlich B60. Nur leider, was für eine Überraschung, weit und breit kein Mensch zu sehen. Immerhin weiß ich nun wo die meisten meiner Kurse stattfinden. Also nichts da mit nicht zu oft in der Bib sein. Soweit so gut.

Abends guckten wir dann mit unseren amerikanischen Mitbewohnern (von denen sich eine übrigens als Kanadierin rausstellte) Fußball. Die 4 waren alle für Brasilien und spätestens nach dem dritten Tor total geschockt. Beim 5. Tor hab allerdings sogar ich dann geglaubt, dass das eine Wiederholung sein muss. Nun ja, wie wir alle wissen war dem nicht so. 7:0 unglaublich. (Dieses eine kleine Gegentor verdränge ich einfach ;))

Sodann versuchte Sebastian am Mittwoch erneut in die Uni zu gehen, aber dreimal dürft ihr raten, was passierte. Richtig: Nichts. Ich hatte morgen noch ein Meeting mit einem sehr netten Prof vom Logistik-Fachbereich und konnte mein Learning Agreement mit ihm durchgehen. Er wusste zwar nicht über alle Kurse Bescheid, aber konnte mir trotzdem ein paar Tipps geben und war auch so einfach super nett. Lustigerweise wird ca. die Hälfte meiner Kurse von Gastprofs aus Flensburg unterrichtet. Die werden sich freuen, wenn ich mit meinem Uni Hamburg Pulli dort auftauche. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. So ist am Mittwoch auch endlich mein Learning Agreement fertig geworden und auch bereits von der FHB genehmigt. Fehlt nur noch die endgültige Anmeldung zu den Kursen hier an der Poly, aber da bin ich recht zuversichtlich. Wenn erstmal die Vorlesungen begonnen haben, wird das schon.

Den Donnerstag nutzten wir dann hauptsächlich einfach zum entspannen und überlegten, wie wir die restlichen Tage der Woche verbringen wollen. Ich plante fleißig einen Ausflug nach Swakopmund and die Küste, den wir allerdings kurzerhand doch nicht machten, da Bastian noch ein Projekt für die FH zuhause fertig machen muss. Swakopmund wird also noch ein paar Wochen auf uns warten müssen, aber sicher nicht lange.

Abends bekamen wir dann endlich Bescheid, dass unsere Visa genehmigt wurden. Zum Glück also sind wir hier geblieben, wir mussten dann nämlich am Freitag unsere Reisepässe einreichen, damit diese zur Botschaft gebracht werden konnten. Ich bin sehr gespannt, wie lange sie jetzt noch brauchen, um das Stück Papier einzukleben. Schließlich guckten wir wieder mit unseren Amerikanern Fußball. Überraschung: Die Amerikaner waren für Argentinien (aus irgendeinem unerklärlichen Grund stehen sie einfach auf Südamerika) und wir natürlich für die Oranje. Dementsprechend ging ich an diesem Abend nicht ganz so glücklich schlafen und hoffe nun auf heute Abend. Liebe Holländer, macht sie fertig! Ich wünsche mir ein 8:0. Danke!

Auch sonst gibt es eigentlich nicht soviel zu erzählen. Basti arbeitet fleißig an seinem Projekt und ich habe die drei Namibia-Reiseführer fast durch. Gestern habe ich noch kurz, sehr kurz, den Pool eingeweiht. Leider ist das Wasser am Grund um die Füße noch extrem kalt, sodass ich eigentlich nur wegrennen wollte. Dabei bin ich natürlich dann direkt ausgerutscht. Der zweite Versuch mit Flipflops in der Hoffnung, dass die Füße nicht so kalt sind war auch nicht weiter erfolgreich und damit war das Baden auch erstmal wieder beendet. Sehr lustig war allerdings, wie Woody um den Pool scharwenzelte und es irgendwie gar nicht glauben konnte, wo dieses ganze Wasser (das er übrigens gar nicht mochte) herkam. Er war aber klug genug, dann doch außen herumzurennen und nicht quer über den Pool, wie er das immer macht, wenn die Plane drüber ist. Das wieder Abdecken fand er dann natürlich auch total lustig und sprang immer wieder in die Mitte rein, sodass es praktisch unmöglich war die Plane zu befestigen, aber wir haben ihn dann doch noch besiegt.

Morgen fahren wir in den Daan Viljoen Wildpark und werden hoffentlich ein paar Giraffen, Strauße, Warzenschweine, Antilopen etc. bewundern können. Das Schöne ist, dass der Park nur 20km von Windhoek entfernt ist und es keine wirklich gefährlichen Tiere gibt, sodass man im Park zu Fuß laufen kann. Wir haben uns mindestens den 9-km-Rundweg vorgenommen und eventuell noch den 3-km-Weg zum Staudamm, um in der Dämmerung dann hoffentlich noch ein paar hübschen Tierchen zu begegnen. Apropos Tierchen: An alle, die uns ewig gewarnt haben, es gibt hier tatsächlich keine Schlangen und auch keine giftigen Spinnen oder Ähnliches. Im Gegenteil dieses Haus ist wahrscheinlich tierloser als jedes deutsche. Allerdings haben wir neulich in einem offenen Unigebäude einen kleinen süßen Gekko entdeckt. Und in unserer Straße wohnen auch ein paar süße Tiere, die wir leider noch nicht identifizieren geschweige denn Fotografieren konnten. Sie sind einfach zu scheu, sehen aber aus wie eine Mischung aus einem Mini-Fuchs, Erdmännchen und Streifenhörnchen. Sobald ich weiß, was das für Tiere sind, werde ich euch das natürlich wissen lassen.

Das war es also erstmal soweit von mir. Drückt morgen alle schön fleißig die Däumchen, erst für die Giraffen und dann, na ihr wisst schon ;)

Au revoir!