Meine Lieben,

lang lang ist’s her. Also versuch ich mal aufzuholen. Der Cuisine Day beim Cultural Festival war wie erwartet kein großes Highlight für uns. Es gab viel Afrikanisches, was a) immer aus Fleisch besteht und b) meistens nicht besonders appetitlich aussieht. Das meiste war einfach irgendein eklig braun-grüner Brei. Nun denn auf der Suche nach etwas Essbarem sahen wir am Japan stand Sushi und haben uns natürlich super gefreut. Als wir dann aber (noch gerade rechtzeitig) genauer hingeguckt haben, mussten wir feststellen, das sogar im Sushi Wurst war. Hiiilfe!

In der letzten Augustwoche waren dann endlich die langersehnten Ferien. Am ersten Freitag fuhren wir mit dem Bus nach Livingstone in Sambia. Die Busfahrt sollte 20 Stunden dauern. Wir hatten diesmal also Glück und fuhren einen großen Teil bei Tageslicht durch die Landschaft. Unterwegs sahen wir (bzw ich) sogar eine Giraffe, die aus den Bäumen guckte. Die Nacht haben wir “verschlafen” und wachten am nächsten morgen kurz vor 6 Uhr in Katima Mulilo an der sambischen Grenze wieder auf. Dort warteten wir über eine Stunde an verschiedenen Tankstellen bis die Grenze endlich öffnete. An der Grenze durften wir dann alle aus Namibia “auschecken” und nach Samibia weiterlaufen.
Dort angekommen kam dann die schlechte Nachricht: Aufgrund von Ebola gab es eine Gesundheitskontrolle. Soweit ok, wir waren ja nicht in Westafrika. Dummerweise entschloss Sambia sich nun auch dazu plötzlich doch wieder ein Gelbfiebergebiet zu sein, obwohl selbst die WHO das anders sieht. Natürlich hatte ich das vorher ausführlich recherchiert. Nur Südafrika sieht Sambia als Gelbfiebergebiet an, was uns aber egal war, da wir bis zum Rückflug lange genug wieder in Namibia sein würden.
Trotzallem der Health Desk würde uns nicht einreisen lassen ohne Gelbfieberimpfung! Also ging es für uns, unsere Mitbewohnerin und eine Amerikanerin hinter den Desk zum Impfen. Nach der Impfung durften wir dann auch wieder in den Bus und die Fahrt konnte weiter gehen. Der Busfahrer war leicht genervt, aber trotzdem supernett.

Weiter ging die Fahrt also über die holprigen Straßen Sambias. Wenn ihr je nach Namibia kommt, in allen Reiseführern steht, dass die Straßen hier aussergewöhnlich gut sind. Wenn man ankommt hat man leider das Gefühl, der Reiseführer lügt, aber: Es stimmt! Die Straßen in Sambia z.B. sind um einiges schlechter. Dementsprechend dauerte das letzte Stück auch super lange. Mit ca. 2 Stunden Verspätung kamen wir dann in Livingstone an. Zusammen mit den anderen Deutschen, die wir im Bus kennen gelernt haben, liefen wir dann zum Hostel. Vom Bus an verfolgte uns auch jemand, der meinte er würde zum Hostel gehören, um uns abzuholen. Da keiner von uns dem Hostel gesagt hat, wann wir ankommen, vertrauten wir ihm (wie sich später rausstellte glücklicherweise) nicht und liefen brav durch die Stadt. Im Hostel angekommen warteten wir dann auf das Hostel-Taxi, weil wir die erste Nacht im etwas außerhalb liegenden Schwesterhostel gebucht hatten.

Der Fahrer kam auch bald und wir konnten in unseren 4er-Dorm einchecken. Der Dorm war allerdings ein eigenes kleines Häuschen. Wirklich sehr süß! Und weit und breit kein 4. Mitbewohner aufzufinden. Generell war es in dem Hostel sehr leer, sodass wir guter Hoffnung waren, dass Zimmer für uns zu haben. Nach einem kurzen Mittag riefen wir dann das Taxi, schließlich musste Sonja am nächsten Morgen auch wieder los und wir wollten heute noch in den Victoria Falls Park. Natürlich war ich wieder bummelletzte, aber wer ahnt denn auch das Taxifahrer in Sambia überpünktlich sind. Als ich also fertig war, haben die anderen schon mit dem Fahrer geredet und erfuhren, dass er kurz zuvor an der Strecke eine Elefantenfamilie gesehen hat. Also schnell los, in der Hoffnung, dass sie noch in der Nähe sind.

Das waren sie leider nicht, aber der Fahrer beruhigte uns, dass es in der Gegend soviele Elefanten gibt und wir bestimmt welche sehen würden in den 4 Tagen. Wir machten noch einen kleinen Fotostopp am Sambesi kurz vor den Fällen. Der Fluss ist dort noch sehr ruhig und man kann nicht mal ahnen, dass ca. 100 m weiter einer der größten Wasserfälle der Welt ist.

Am Nationalpark angekommen werden wir direkt am Kassenhäuschen von einer Horde Pavianen begrüßt. Also schnell Tickets gekauft und weiter, so richtig geheuer sind mir die Tiere nicht. Leider gibt es im ganzen Park massenhaft Paviane. Aber gut man gewöhnt sich dran und wir hatten zum Glück nichts zum Essen dabei.

Also spazierten wir durch den Park. Der erste Weg war noch super leer aber leider auch nicht so spannend. Der 2. allerdings ging dann direkt gegenüber der Falls entlang. Wir wurden also supernass (deshalb auch eher wenig Fotos von dort). Für eine sambische katholische Schulklasse waren allerdings nicht die VicFalls das Highlight, sondern Sonja und Ich. Wir wurden quasi verfolgt. Aber das bin ich ja seit der Hochzeit leider fast gewohnt.

Als nächstes ging es auf die Knife Edge Bridge. Eine super schmale Hängebrücke über dem Sambesi. Scheinbar hat man auch von dort einen tollen Ausblick. Ich hab davon nichts mitbekommen, sondern bin einfach so schnell wie möglich rüber gelaufen. (viel zu hoch, viel zu rutschig)

Zum Schluss sind wir dann noch zum Sambesi runter gelaufen, also praktisch zum Ende der Falls. Leider hatten wir leichten Zeitdruck, weil unser Taxi uns nur zu einer bestimmten Zeit abholen konnte. Also ging es superschnell runter, schließlich mussten wir den ganzen Weg auch wieder hoch. Der Weg war super schön. Man kam sich vor wie um Dschungel. Durch das ganze Wasser und die feuchte Luft von dem Nebel der Fälle war es super grün. Das ist man hier sonst gar nicht gewohnt. Leider hatten wir unten angekommen, kaum Zeit für eine Pause. Der Weg nach oben ging zwar verhältnismäßig schnell, aber war auch super anstrengend. Praktisch 20+ Minuten Treppen steigen, mit super unregelmäßigen Stufen. Nun denn wir haben es natürlich geschafft und wurden dann auch pünktlich wieder abgeholt.

Auf dem Weg nach Hause hielt das Taxi dann auf einmal mitten auf der Strecke an. Warum war uns erst nicht klar, aber unser Fahrer hatte Elefanten im Gebüsch entdeckt. Also fuhr er mit uns auf die andere Straßenseite zu den Elefanten und ließ uns aussteigen. Tatsächlich war es eine ganze Familie sogar mit einem Baby. Super süß, und sie interessierten sich auch gar nicht weiter für uns. (Was manche dann dazu veranlasste immer näher ran zu gehen, was man natürlich trotzdem nie machen sollte) Passiert ist glücklicherweise nichts, aber wir haben jetzt superschöne Elefantenfotos mitten in der Wildnis. Besser hätte der Tag gar nicht enden können.

Wieder im Hostel angekommen, bestellten wir erstmal etwas zu essen (wer ahnt denn, dass die Hostel-Küche um 16 Uhr schließt.) Während wir also auf unser Essen warteten, sprang ich natürlich erstmal in den Pool. Es war zwar schon dunkel aber die Wärme im Vergleich zu Windhoek musste ja ausgenutzt werden. Dummerweise brachte sie allerdings auch eine Menge Mücken mit sich, aber man kann eben nicht alles haben. Nachdem Essen bauten wir noch das Moskitonetz über dem Bett auf und fielen dann auch supermüde ins Bett. Der nächste Tag würde schließlich auch wieder sehr lang und anstrengend werden.

Da geht es dann aber beim nächsten Mal weiter ;)